Über 400.000 Männer und Frauen waren seit den 1990er-Jahren für die Bundeswehr in Auslandseinsätzen. Schätzungsweise 20 Prozent von ihnen kämpfen – teilweise erst Jahre später – mit psychischen Folgen. Diese können bei ihnen vielfältige psychische Störungen auslösen, z. B. eine posttraumatische Belastungsstörung. Die Bundeswehr ist in vielen Fällen für die Therapiekosten nicht mehr zuständig. Kostenträger fordern in aufwendigen Verfahren konkrete Belege, die einen Zusammenhang zwischen dem Kriegseinsatz und der Krankheit nachweisen.

Unsere Dokumentation begleitet eine Soldatin und einen Soldaten, die unter PTBS leiden. MARTIN war im Krieg. Als Fallschirmjäger in Kosovo, in Mali, im Jemen. Tote und Töten gehörte zu seinem Berufs-Alltag. Da war er Anfang 20. Was „draußen“ geschah, darüber hat er viele Jahre mit seiner Frau nie gesprochen. Die Pandemie und der Krieg, der aktuell jeden Tag in den Medien zu sehen ist, haben alles aufgewühlt. Wenn Martin jetzt nichts macht, wird er seine Frau und die drei Kinder verlieren. Seine Familie, die bis heute zu ihm steht. Bei der Bundeswehr hat er gelernt, zu kämpfen – und das will er jetzt tun.